07. April 2018
18.00 Uhr

Maren Kames und Levin Westermann bewegen sich beide in Gegenden, in Geschichtslandschaften, die sie sprachlich vermessen und in ihren lyrischen Texten mit höchster Präzision wiedergeben. Der Leserin, dem Leser verschaffen sie so Zugang zu neuen, unkonventionellen und wunderbar verblüffenden Räumen.

 

Maren Kames Maren Kames, 1984 in Überlingen geboren, hat in Tübingen und Leipzig Philosophie, Kultur- und Theaterwissenschaft studiert und anschliessend literarisches Schreiben in Hildesheim. Sie schreibt Gedichte und Essays und war Mitherausgeberin der Literaturzeitschrift Bella triste. Mit Auszügen aus ihrem Debüt Halb Taube halb Pfau hat Maren Kames den Open Mike gewonnen. Sie zeichnet darin Bewegungen durch Strassen, Gegenden oder Städte sprachlich nach und vermisst in lautpoetischer Weise das, was den Menschen umgibt – oder umgekehrt, denn: «Zu gleichen Teilen bin ich der Landschaft ausgesetzt wie die Landschaft mir.» Der Band scheint die Erdoberfläche mikroskopisch zu erfassen, deren Zusammenhänge und Bewegungen; es ist eine kontinentale Choreographie, komponiert aus Erinnerungen, Klängen und in immer neuen Variationen wiederkehrenden Motiven.

 

Levin Westermann © Bettina Wohlfender Levin Westermann, 1980 in Meerbusch geboren, studierte an der Hochschule der Künste Bern und lebt heute als freier Schriftsteller in Biel. 2010 gewann er den Lyrikpreis beim Open Mike. In seinem Debüt unbekannt verzogen (2012) versucht ein lyrisches Ich sich im «riss in den zeilen und zwischen den zeilen» zu orientieren. Sein zweiter Gedichtband 3511 Zwetajewa führt in die Unterwelt und sucht das poetische Gespräch: mit Anton Tschechow, mit der französisch-jüdischen Mystikerin Simone Weil und mit Marina Zwetajewa, der tragischen Poetin der Weltverlorenheit. Westermann verknüpft in seinen Gedichten Figuren, Zeiten und Räume. Er schafft stille, seltsam verstörende Welten und bewegt sich darin mit traumwandlerischer Sicherheit.

 

Foto: Mathias Bothor (o.); Bettina Wohlfender (u.)

 

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