25. April 2020
18.00 Uhr

ABGESAGT! Sorry.

 

Leta Semadeni und Leo Tuor arbeiten beide mit der kurzen Form, sei es Prosa oder Lyrik. Die beiden werden bei Aprillen ihre Texte, Motive und Blickweisen in deutsch und romanisch gegenüberstellen.

 

Leta Semadeni c Georg Luzi Leta Semadeni gehört mit zu den wichtigsten Schiftstellerinnen der romanischen Sprache. Ihre Lyrik und Prosa schreibt sie jeweils auf Deutsch oder Rätoromanisch und übersetzt die Texte selber in die jeweils andere Sprache.
Tamangur hat sie auf deutsch verfasst, es ist dies ihr erster Roman. In kurzen Szenen erzählt dieses Buch von einem Kind und seiner Grossmutter, von deren Erlebnissen und Beobachtungen in einem Bündner Dorf. Die beiden bilden eine Schicksalsgemeinschaft – zusammen mit anderen, wie Elsa, die über ihre gescheiterte Liebesbeziehung zu Elvis trauert, oder auch all den Tieren, die im Dorf wohnen, der Ziege und der Katze, die die vom Himmel gefallenen Sterne auffrisst.
Es ist eine märchenhafte Welt, und zugleich ein Plädoyer für das, was leicht neben der Norm liegt, für das, was man vor den Augen der Welt lieber verborgen hält. Und es ist ein Plädoyer für eine Sprache, für die Entdeckung von neuen Wörtern und Zusammenhängen, für Humor, Lebhaftigkeit und Neugierde.

 

Leo Tuor c Ayse Yavas Leo Tuor lebt im Graubünden und arbeitete nebst seiner literarischen Tätigkeit jahrelang auf einer Alp als Hirte. In seinem neuesten Buch „Die Wölfin / La luffa“, ins Romanische übersetzt von Peter Egloff, spürt „der Bub“, die Erzählfigur, Legenden nach, die in alte Zeiten nach Rom führen, in Märchenwelten oder aber in die Fantasiewelt eines Kindes. In diesen literarischen Miniaturen tauchen immer wieder Motive auf wie der Phantomschmerz oder die Prothese – und es wird die existentielle Frage nach der eigenen Herkunft gestellt. Das Buch ist eine Dorfchronik gleichermassen wie ein Konglomerat von alten Dokumenten, philosophischen und literarischen sowie aphoristischen Bezügen – zusammengehalten durch eine Sprache, die das Leben in eben dieser Atmosphäre aufs Genaueste abbildet.
In witzigen, immer wieder überraschenden Bildern, die skurril und überraschend einfach sind, wird die Leserin durch eine Welt geführt, in der das Wichtige in Pantoffeln gesagt wird, der Papst aber nicht das letzte Wort hat.

 

Joomla SEF URLs by Artio